Der Beitrag: AMANI Kivu Bio Kaffee für den Frieden wurde am Mittwoch, 28. Juli 2021 veröffentlicht und unter Kaffeeanbauländer abgelegt.

Gemeinsam für bessere Bedingungen arbeiten


In der Kooperative SOPACDI sind zumeist kleine Familienfarmen organisiert. Der Frauenanteil in der Kooperativen beträgt rund 30 Prozent. So schön sich der hohe Frauenanteil zuerst liest, so bedenklich ist, das die meisten der Farmerinnen Witwen sind. Ihre Männer sind häufig Gewalttaten im konfliktreichen Kongo zum Opfer gefallen. Ebenso sind viele der Farmer beim Verusch den Rohkaffee nach Ruanda zu schmuggeln, um besser Preise erzielen zu können, ums Leben gekommen.

Unterstützung beim Aufbau der Infrastruktur


Die Kooperative SOPACDI fördert die Gesundheitsversorgung und Bildung, indem finanzielle Unterstützung an die Krankeneinrichtungen und Schulen vor Ort geleistet wird. Zudem werden Mittel für den privaten Wohnraum der Kaffeefarmerinnen und Kaffeefarmer sowie für die öffentliche Infrastruktur, wie Straßen- und Brückenbau, bereitgestellt.

Förderung von Farmerinnen


Rund 30 % der Mitglieder sind Frauen. Viele dieser Frauen sind Witwen; einige von Ihnen haben ihren Ehemann verloren, als sie versuchten, Kaffee über den Kivu-See nach Ruanda zu schmuggeln und einzutauschen. Die Frauen arbeiteten jedoch sukzessive daran, ihre spezifischen Bedürfnisse in der Kooperativen zu verdeutlichen. Viele nehmen an Treffen der Organisation Teil und äußern sich entschlossen über ihre Situation als Mütter, Witwen und Landwirte.

SOPACDI fördert aktive ihre weiblichen Farmer. Aus den Einnahmen hält die Organisation ein Budget für verschiedene Förderungen vor, die direkt den Farmerinnen zukommen. Hierzu zählen der Aufbau von Mobilität und Logistik vor Ort, technische Ausstattung oder die Anschaffung von Zuchttieren, die ihre Lebensexistenz mit absichern.

Perspektiven durch Qualitätsversprechen


In der vom Krieg heimgesuchten Demokratischen Republik Kongo hat man sich zu Beginn der Jahrtausendwende mit der Gründung von SOPACDI perspektivisch dazu entschieden höhere und verstetigte Einkommen für die Farmerinnen und Farmer durch Kaffeequalität und nachhaltige Landwirtschaft zu generieren.

Hierzu wurden die Potenziale der natürlichen Umgebung im Hinblick auf den Kaffeeanbau systematisch analysiert. Auf dieser Grundlage wurden Trainings zur Landbewirtschaftung und Verarbeitung von Bio-Kaffee durchgeführt und die Führungskräfte der Kooperative entsprechend ausgebildet. Das gewonnene Wissen konnte so bis zu den Kaffeefarmen weiter gegeben und der Qualitätsanspruch im Kaffeeanbau verbessert bzw. verstetigt werden. Die Anleitung der Farmerinnen und Farmer von SOPACDI führte schließlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Darunter die verstetigte Ermöglichung von Schulbildung, Wohnraum, Befriedung ethnischer Gruppen, Schaffung von Jugendarbeitsplätzen, Bekämpfung des Schmuggels am Kivu-See sowie die Förderung von Frauenrechten. Das ganze nachhaltig, zu Gunsten nachkommender Generationen.

Geschichtlicher Hintergrund


SOPACDI befindet sich in Kivu, einem Gebiet, das von ethnischer und geschlechtsspezifischer Gewalt heimgesucht wurde. Kaffee spielte früher eine wichtige Rolle in der Wirtschaft, doch jahrelange kriegführende Fraktionen und niedrige Preise gaben den Farmerinnen und Farmern wenig Hoffnung. Die lokale Wirtschaft wurde damals zerstört und der Kaffeesektor praktisch ausgelöscht.

Der wirtschaftliche Zusammenbruch hat viele Kongolesen gezwungen, Kaffee über den Kivu- See nach Ruanda zu schmuggeln und sich am Tauschhandelssystem „Troc“ zu beteiligen, mit dem Tiere, andere Lebensmittel und Vorräte beschafft werden. Dies war aufgrund der niedrigen Preise in der Demokratischen Republik Kongo eine der wenigen Möglichkeiten, Zugang zum Markt zu erhalten und etwas Einkommen für Kaffee zu generieren. Das Schmuggeln des Kaffees ist eine sehr gefährliche Angelegenheit, bei der viele Menschen ihr Leben verloren haben. Der Mangel an Unternehmen und alternativen einkommensschaffenden Aktivitäten hat die Demokratische Republik Kongo in tiefere Turbulenzen mit gewaltigen Auswirkungen getrieben. Aufgrund jahrzehntelanger Unsicherheit, die Folgen des Völkermords in Ruanda und des Bürgerkriegs im Kongo haben Betroffene den Kaffeesektor vernachlässigt oder gänzlich aufgegeben.

Diese Umstände wirken bis heute, da infrastrukturelle Entwicklungen nicht möglich waren. Die Farmerinnen und Farmer verfügen über alte oder rudimentäre Geräte und haben kaum Zugang zu internationalen Märkten.

Kaffeeanbau als Antwort auf Konflikte


Im Jahr 2003 gründete Joachim Munganga SOPACDI, um ethnische Konflikte zu überbrücken und den internationalen Markt für Spezialitätenkaffees zu erschließen. Sein Ziel war es, Menschen zu verbinden, Netzwerke und Einkommen zu schaffen, welche die Lebensexistenz von Farmerinnen und Farmern in Kivu nachhaltig sichern. Er begann damit, seine eigene Farm, ein altes, heruntergekommenes Anwesen, zu sanieren. Im Jahr 2008 wurde erstmals Kaffee durch SOPACDI international nach England vermarktet. Durch internationale finanzielle Unterstützung für Infrastrukturaufbau und die Sanierung von Farmen sowie die Ermutigung aus dem Ausland, Kaffee anzubauen und die Dinge wieder in Gang zu bringen, richtete er mit seiner Familie erstmals nach 40 Jahren im Land eine neue zentrale Waschstation für die Kaffeeverarbeitung ein.

Aus der Motivation heraus, neue Perspektiven für die Einheimischen im vom Krieg heimgesuchten Kongo zu wagen, wurde im Jahr 2003 die Kooperative "Solidarite Paysanne la Promotion de Actions Cate et Development Integras" (SOPACDI) gegründet. Von Anfang an war es das Ziel von SOPACDI, ethnische Gruppen zu verbinden und Kaffee von höchster Qualitat nachhaltig zu produzieren. Die Organisation schließt sich aus 21 Regionen zusammen. Ihr gehören heute über 11.600 Mitglieder an die eine Vielzahl von Sprachen sprechen, darunter Kirundi, Kihavu, Kinyarwanda, Suaheli und Französisch. Der größte Teil der biologisch angebauten Kaffees wird von kleinen Kaffeefarmen bereitgestellt.

Die Demokratische Republik Kongo ist bis heute ein Arbeitsplatz mit schwierigen Voraussetzungen und Herausforderungen. Es wurde viel erreicht, aber es muss noch so viel mehr getan werden. Somit ist der Importeur Kaffee Siddhartha gemeinsam mit den Röstern und den Endkunden sehr stolz darauf, durch den Kauf von Rohkaffee und die Zahlung von höheren Einkommen, einen Beitrag dazu zu leisten, den Farmerinnen und Farmern von SOPACDI sowie deren Familien, Lebensexistenzen zu sichern und zukünftige Perspektiven zu bieten.

Kaffeeanbau und Verarbeitung


Die Farmerinnen und Farmer von SOPACDI bauen Kivu Arabica-Kaffeespezialitäten verschiedener Sorten an, die von den Bourbon-Varietäten dominiert werden. Die Kaffeebäume wachsen auf vulkanischen Böden in einer Höhe von 1.460 bis 2.000 Metern, zwischen dem Kivu-See und dem Gebirgszug Mitumba. Es handelt sich um Biokaffees mit Aromen eines Komplexes aus tropischen Früchten, Weintrauben, Zitrone und Honig. Dieser Kaffee hat von der SCA (Specialty-Coffee-Association) eine Bewertung von mehr als 85 Punkten erhalten.

Der Text und das Bildmaterial wurde uns freundlicher Weise von der Kaffee Siddartha GmbH zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank.

Als Kaffeeröster freuen wir uns über diesen hervorragenden Kaffee. Vor allem, weil wir mit diesem Kaffee den Landwirten vor Ort einen fairen Preis bezahlen und damit die Zukunft des Kaffeeanbaus in der Demokratischen Republik Kongo ein wenig absichern helfen.


Kaffeebaum

Handsortierung

Farmerin am Kaffeebaum

Verladung des Rohkaffees
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