Der Beitrag: Ruanda Taba Estate - Ein Kaffee wie sein Land wurde am Donnerstag, 26. November 2015 veröffentlicht und unter Kaffeeanbauländer abgelegt.

Kaffee von den Deutschen?


Der Bourbon Arabica stammt ursprünglich aus dem Jemen. Von dort wurde er von den Franzosen auf die Insel Bourbon gebracht. Man erzählt sich, dass deutsche Missionare den Kaffee um circa 1900 nach Ruanda gebracht und dort kultiviert haben.

Heute werden in Ruanda auf etwas mehr als 40.00 Hektar rund 20.000 Tonnen Rohkaffee produziert. Das hört sich erstmal viel an, ist aber noch nicht mal ein halbes Prozent der Weltkaffeeproduktion. Aufgrund seiner kleinen Flächen, Ruanda ist etwa so groß wie Rheinland-Pfalz, haben sich die Farmer auf den Anbau von hochwertigen Spezialitätenkaffees konzentriert. Viele Familien kultivieren auf oftmals weniger als einem Hektar Land ihren Kaffee. In aller Regel handelt es sich um den Bourbon Arabica. Im Gegensatz zu früher, als der Kaffee getrocknet oder semi-washed in den Handel ging, sprechen wir heute von gewaschenen Arabicas. Der Anspruch der Farmer an ihre Kaffees ist in den letzten zwanzig Jahren deutlich gestiegen.

Ruanda – Ein Land auf dem Weg zum Spitzenkaffee


Nicht zuletzt der politischen Situation, die in dem fürchterlichen Genozid endete ist es zuzuschreiben, das der Kaffeeanbau in Ruanda ein Schattendasein führte. Die Erzeugnisse der ruandischen Bauern spielten am Weltmarkt keine Rolle. Es waren höchstens schwache Qualitäten und einige, nicht besonders hochwertige Robustas vertreten.

Ein Projekt der USAID, der United States Agency for International Development, läutete den Umbruch ein. Ungefähr um die Jahrtausendwende begann die USAID sehr dezidiert die Farmer in Sachen Agrarwirtschaft zu qualifizieren. Es entstanden neue Waschstationen um den Kaffee weiterzuverarbeiten. Der Qualitätsanspruch sollte steigen – nicht zuletzt um endlich höhere Preise für die Kaffees erzielen zu können. Ziel der Regierung in Ruanda war es, Kaffee zu einem der Hauptexportgüter Ruandas werden zu lassen.

And the Winner is Ruanda!


Die Ansprüche der Regierung waren sehr hoch und nur wenige externe Kaffeeexperten trauten dem Land einen solchen Wandel zu. Schon 2008 sollten alle Kritiker eines besseren belehrt werden: Ruanda war das erste afrikanische Land, welches den begehrten „Cup-of-Excellence“ durchführen durfte. Das war aus meiner Sicht der Durchbruch für das kleine afrikanische Land. Seit dem werden viele sehr gute Kaffees aus Ruanda auf dem Markt für Spezialitätenkaffees gehandelt. Die Kaffees gewinnen regelmäßig Preise und werden für ihre Qualität ausgezeichnet.

Grundsätzlich haben die Kaffeebäume hervorragende Voraussetzungen in Ruanda. Das Wetter ist ziemlich stabil. Die Böden nährstoffreich und die Plantagen befinden sich in Höhen von 1.600 bis knapp 2.000 Meter. Also beste Voraussetzungen für hochfeine Arabicas.

Ruanda hat seine Hausaufgaben gemacht. Es ist das Land, mit den größten Qualitätssteigerungen in den letzten Jahren. Der Kaffee wird aufwändig per Hand geerntet. Die Hand-Picking Ernte sorgt für eine erste Qualitätskontrolle. Es werden nur die reifen Kirschen geerntet. Nach einer ersten Begutachtung und Einstufung wird der Kaffee mit einem Kürzel für den Farmer und dem Datum versehen. Das lässt im Zweifelsfall die Rückverfolgung bis zu dem Farmer und dem Tag der Ernte zu.

Nach dieser Erfassung wird der Kaffee in die nächst gelegene Washing-Station gebracht. Schon über 200 gibt es mittlerweile in Ruanda. Dort wird der Kaffee gewaschen und weiter verarbeitet bis er dann in der Dry-Mill in Tigali auf sogenannten Drying-Beds von der Sonne getrocknet wird. Noch immer ist der Kaffee mit seinem Code bis zum Erzeuger zurückverfolgbar. Nach circa 21 Tagen ist der Kaffee getrocknet und bereit für die letzte Qualitätseinstufung vor dem Abfüllen in die Säcke.

Wir haben mit dem Ruanda Taba Estate einen ganz ausgezeichneten Vertreter dieser neuen ruandischen Kaffeekultur im Sortiment. Wir können ihnen den Kaffee sehr gut als Filterkaffee empfehlen. Genießen Sie eine Tasse Bourbon-Arabica und spüren sie die gesamte Flora einen beeindruckenden Landes.
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