Der Beitrag: Lampocoy zu Gast in der Kaffeerösterei Klingler wurde am Samstag, 28. Juli 2012 veröffentlicht und unter Veranstaltungen abgelegt.
Exclusiver Kaffee aus Guatemala
Schon seit knapp einem Jahr stehen wir in Verbindung zu den Farmern vor Ort und haben dabei viel über die Situation vor Ort und den Kaffee gelernt. In unseren Newslettern und hier in unserem Blog haben wir unsere Kunden und Freunde über den jeweiligen Stand informiert.

Jetzt ist es soweit. Der Kaffee aus Lampocoy steht frisch geröstet im Regal und wartet darauf, unsere Kunden mit jeder Tasse zu begeistern. Im Rahmen einer Abendveranstaltung in unserer Rösterei und mit einer öffentlichen Verkostung haben wir unsere Ideen zu diesem Projekt und den tollen Geschmack dieses Lagenkaffes vermittelt.

Zu diesem Anlass war Detlef Cordts extra nach Bingen angereist. Eigentlich sollte auch die Tochter des Kaffeebauern, Frau Milvia Pineida, dabei sein, aber leider wurde ihr die Ausreise aus Guatemala verweigert. Auch dieses Beispiel zeigt, wie schwierig die Situation auch heute noch in Guatemala ist.

Aufmerksame Zuhörer

Gut besuchte Veranstaltung in der Kaffeerösterei


Trotz der hochsommerlichen heißen Temperaturen waren viele der Einladung zu diesem Event gefolgt. Ein erfrischend kühler Kaffeecoktail zur Begrüßung sorgte dann auch für eine lockere Atmosphäre bei allen Beteiligten.

Stefan Klingler eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung in das Thema Direkthandel im Kaffeemarkt. Die Differenzierung zwischen Direkthandel und Fair-Trade Kaffee war zentrales Thema seines Kurzvortrages. Die Kaffeerösterei Klingler hat bereits einige Projekte in den kaffeeerzeugenden Ländern mitgestaltet. So ist vor allem das „Krankenhausprojekt“ in Carmo de Paranaiba, welches mit Ismael Antrade, Besitzer der Plantage Fazenda Sao Silvestre in Brasilien durchgeführt wird, ein ausgesprochen erfolgreiches Projekt. Aber auch alle anderen Handelsbeziehungen nach Peru, Guatemala und Indonesien führten zu den erwünschten Erfolgen in der Verbesserung der Infrastruktur.

Detlef Cordts
Das Projekt mit den Farmern in Lampocoy setzt den Schwerpunkt in die Verbesserung der schulischen Ausbildung der Kinder und in die Verbesserung der medizinischen Versorgung der Menschen vor Ort.

Detlef Cordts, der Initiator des Projekts, lebt mehrere Monate im Jahr vor Ort in Lampocoy und weiß um die Sorgen und Nöte der Menschen. Er stellt die Situation aus seiner Erfahrung vor Ort da und geht auf das Projekt im Detail ein.

Die Farmer vor Ort haben keine mittel- oder langfristige Perspektive. Die Schwankungen der Preise am Weltmarkt sind spätestens, seit die Spekulanten den Kaffeemarkt für sich entdeckt haben derartig groß, dass eine Planung für die nächsten ein, zwei Jahre unmöglich wird. Meist sind sie auf wenig seriöse Aufkäufer angewiesen, denen sie den Kaffee im letzten Moment meistens für einen deutlich zu niedrigen Preis verkaufen können. Eine Kontinuität oder Verlässlichkeit haben die Farmer nicht.

Kinderarbeit ist ein latentes Problem in Guatemala


Diese Situation will der engagierte Kaffeeliebhaber dringend ändern: „Wir kaufen den Kaffee über die Kleinbauern-Kooperative direkt im Dorf, lassen ihn über einen Dienstleister exportieren, kontrollieren die Qualität und die Anbaumethoden, zahlen einen Preis, der mindestens 15% über Weltmarktniveau liegt und unterstützen das Dorf und die Kooperative mit Sachwerten und Infrastrukturmaßnahmen zur Verbesserung von Schulbildung, Gesundheit und Qualität des Kaffees. In diesem Jahr haben wir sogar 35% mehr als den Weltmarktpreis gezahlt, da wir nicht auf den sinkenden Kaffeekurs im Februar eingegangen sind. Wir verhandeln nicht nach! Das sehen alle beteiligten Kaffeeröster genauso.“

Nachdenkliche Blicke
Mit einem Film, welchen Detlef Cordts selbst vor Ort gedreht hat, zeigt er weitreichende Einblicke in die Welt der dort lebenden Menschen. Die anschließende Diskussion thematisiert die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Kinderarbeit ist ein zentrales Thema im Kaffeeanbau in Guatemala. Da die Familien sehr arm sind, müssen die Kinder zum Einkommen der Eltern beitragen - ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Genau hier gilt es anzusetzen: „Wir müssen dem Farmern so viel Geld für ihren Kaffee zahlen, dass sie damit die gesamte Familie ernähren können. Und ihre Kinder zur Schule schicken. Erst wenn genügend Geld für den Lebensunterhalt vorhanden ist, wird sich die Situation ändern können.“, stellt Klingler fest. Und weiter gibt er zu bedenken: „Solange ein Pfund Kaffee in Deutschland nur drei oder vier Euro kosten darf, solange die Verbraucher den wirklichen Wert des Kaffees nicht erkennen, solange werden die Menschen vor Ort in diesen Umständen leben müssen. Wir Verbraucher diktieren durch unser handeln die Preise!“

Bei der Verkostung des Kaffees sind sich alle Anwesenden einig: Der Lampocoy Arabica ist ein ausgesprochen hochwertiger Kaffee, der keinen Vergleich zu scheuen braucht. Für uns als Kaffeerösterei ist klar, das wir das Projekt nach Kräften unterstützen werden. Die Qualität des Kaffees ist hervorragend. Und für solch hohe Qualität bezahlen wir sehr gerne einen angemessenen Preis, der natürlich deutlich über dem Weltmarktpreis liegt.

Wir freuen uns, Partner in diesem Projekt zu sein und werden Sie über den Fortgang und den Erfolg auf dem Laufenden halten.

 

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