Der Beitrag: Neu eingetroffen: Kaffee aus Thailand wurde am Samstag, 20. Juni 2015 veröffentlicht und unter Kaffeeanbauländer abgelegt.
Avou und Juergen von Mystic Hilltribe Thailand
Avou und Jürgen verfügen über rund 3 Hektar Land. Nach und nach bewirtschaften sie es und bauen Kaffee sowie Obstgärten an. Bis jetzt haben sie auf ungefähr der Häfte ihres Landes 1.500 Kaffeebäume und ca. 500 Wald und Obstbäume gepflanzt. Diese dienen in erster Linie als Schattenspender und verbessern die natürliche Abwehr von Schädlingen.

Für sich und ihre Nachbarn arbeiten sie an Bewässerungssystemen und an der Verbesserung der Qualität des Kaffees. Das alles können sie alleine nicht bewältigen und beschäftigen dafür Einwohner, die kein eigenes Farmland haben. Diesen zahlen sie angemessene Löhne und sichern so einen steigenden Wohlstand in der Region.

Seit Generationen in der Landwirtschaft


Die Menschen in den Bergen Nordthailands leben seit Generationen von der Landwirtschaft. Sie haben eine Menge Erfahrung in der Kultivierung der Böden und dem Anbau von Kaffee. Nur ist es ihnen bisher nicht gelungen, ihren Kaffee entsprechend der Qualität am Markt zu positionieren und einen besseren Ruf für ihr wunderbares Produkt zu erreichen. Das wird sich in der nächsten Zeit mit Sicherheit ändern.

Aufzucht der jungen Kaffeepflanzen
Mystic Hilltribes arbeitet dazu mit den Kooperativen und deren einzelnen Familien vor Ort eng zusammen. Dabei geht es in erster Linie um den Informationsaustausch. Aber auch die Verbesserung der Düngung mit organischen Naturstoffen, die Aufbereitung des Rohkaffees und das vermarkten der Kaffees in Microlots von den einzelnen Farmern steht auf dem Plan.

Vom Opium zum Kaffee


Früher kultivierten die Bauern lieber Opiumfelder. Damit konnten sie mehr Geld verdienen als mit dem Robusta Kaffee, der in Thailand eigentlich angebaut wird. Erst nachdem das Königshaus ein Entwicklungsprojekt für den Anbau von hochwertigem
Bio Arabica initiierte, verminderte sich die ökologische Abhängigkeit der Bauern vom Opiumanbau. Die nationale Forstbehörde machte zur Auflage, das die extensive Landwirtschaft vermieden wird und auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet werden muss. Durch die so entstandenen Mischkulturen ist der Schädlingsbefall deutlich gesunken und die Böden sind sehr fruchtbar geworden. Trotz all dieser Bemühungen ist der Arabica Kaffee aus Thailand nicht sonderlich bekannt. Die Erntemengen sind im Vergleich zu den großen Erzeugerländer unbedeutend. Dabei ist die Qualität dieses Kaffees herausragend.

Nur 25 Tonnen Jahresproduktion


Von dem Khun Chang Khian, den wir von Mystic Hilltribe beziehen, gibt es nur rund 25 Tonnen pro Jahr. Der Name hat der Kaffee von der Bergregion, in der er angebaut wird. Es ist ein ausgesprochen hochwertiger Caturra-Arabica, der den Vergleich mit für Qualität bekannte Anbaugebiete in keiner Weise scheuen muss.

Kaffeeanbau in Khun Chang Khian
Der gesamte Prozess, von der Aufzucht der Jungpflanzen, bis zur Absackung des fertigen Rohkaffees zur Verschiffung, wird manuell ausgeführt. Es ist ein sehr großer Aufwand, den die Bauern vor Ort betreiben. In den schwer zugänglichen Bergregionen ist der Einsatz von schwerem Gerät unmöglich. Das unnwegbare Gelände ist nur über schmale Feldwege mit einem Jeep oder Pickup zu erreichen.

nasse Aufbereitung
Der Kaffee wird ausschließlich per Hand geerntet. Nur die reifen Früchte werden gepflückt. Das bedeutet für die Bauern, das die kleinen Plantagen alle paar Tage erneut geerntet werden müssen. Ein langwieriger und aufwändiger Prozess.

Nach der Pflückung wird der Kaffee sofort weiter verarbeitet. Er wird gewaschen und eine erste Sortierung filtert evtl doch mitgepflückte nicht reife oder überreife Kirschen aus. Danach werden dir Kirschen nass entpulped. Nach einer weiteren Fermentation werden die Floaters wieder abgeschöpft. Nur die wirklich besten Früchte werden weiterverarbeitet. Nach weiteren Waschvorgängen wird das restliche Fruchtfleisch von Hand entfernt.

Dutzende Arbeitsschritte bis der Kaffee verschifft wird


In Säcke abgefüllt
Auf Bambustischen wird der Kaffee zum ersten Mal getrocknet. Er wird immer wieder gewendet, damit er von allen Seiten gleichmäßig trocknen kann. Viele weitere Bearbeitungsschritte sind erforderlich, bis der Kaffee in der dorfeigenen Mühle geschält wird. Langsam aber sicher wird der eigentliche Rohkaffee, der später in unserer Rösterei ankommen wird, erkennbar.

Nach der Sortierung nach Größe wird der Kaffee nochmals manuell per Auge und Hand auf seine Qualität geprüft. Erst wenn er alle Prüfungen bestanden hat, wird er in Säcke abgefüllt. Damit seine Frische bis in die Rösterei erhalten bleibt, wird der Kaffee aufwändig in sogenannten Grain pro Bags (überdimensionale Zipper-Tüten) abgepackt. Nach ungefähr vier Wochen Seefahrt erreicht der Container den Hafen in Hamburg.
Von der Ernte bis zur Lieferung sind jetzt fast sechs Monate vergangen.

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